#F9 Eigene Aktienanalyse

#F9 Eigene Aktienanalyse

Eine eigene Aktienanalyse ist ein Muss!

Viele von uns kaufen Aktien, weil ein Magazin gerade die Aktie anpreisen oder in den Social Media Kanälen alle mit den Finger darauf zeigen und einen so bewusst oder unbewusst zum Kauf bewegen. Oft gibt es richtige Kauftrends, auf die jeder aufspringt und einem das Gefühl geben, wenn man nicht mitmacht, verpasst man etwas.

Geduld ist der einer der wichtigsten Schlüssel!

Geduld, Geduld! Immer schön entspannt bleiben! An der Börse gibt es so viele Chancen. Du musst nicht jede vermeintliche Chance nutzen. Ein paar wenige sind ausreichend. Ja, auch ich habe mich in meinen Anfangszeiten hinreißen lassen und habe Aktien gekauft, die Andere indirekt empfohlen haben. Ich habe dafür ordentlich Lehrgeld gezahlt. Da viele Autoren oder Influencer meiner Meinung keine Ahnung haben oder sie zu einem Zeitpunkt die Aktie gekauft haben, wo es sich noch gelohnt hat, diese Aktie zu kaufen.

Ich war dann schlussendlich zu spät dran und habe total überteuert eingekauft. Sie haben ordentlich Gewinne mitgenommen, während ich die Verluste eingefahren habe. Ich könnte jetzt die Schuld bei ihnen suchen, jedoch ist jeder selbstverantwortlich. Jeder muss selber wissen, was er mit seinem Geld macht und wie er es investiert.

Fehler gehören dazu – Lerne aus ihnen!

Darum habe ich versucht aus meinem Fehler zu lernen und habe angefangen Aktien selbst zu analysieren. Das braucht Zeit! Ich habe schnell begriffen, dass man Aktien / Unternehmen selbst bewerten muss, um 100 Prozent hinter dem Investment stehen zu können und das Risiko, Geld zu verlieren, dadurch deutlich verringern kann. Gerade auf den Nebenschauplätzen gibt es viele tolle Unternehmen, in die man noch investieren und ordentlich Rendite machen kann. Sie sind noch nicht überteuert, wie die heiß gelaufenen Trendaktien.

Bevor ich zu schnell in einen Trend hineinkaufe, analysiere ich erst das Unternehmen und nehme mir Zeit zu verstehen, ob das Unternehmen gesund wächst und die Zahlen im Griff hat. Lieber verpasse ich eine Chance, als nicht zu verstehen, in was ich investiere. Wie schon oben erwähnt, an der Börse gibt es jeden Tag neue Chancen, man muss nicht alle nutzen. Ein paar wenige sind ausreichend! Das sollte man sich immer im Hinterkopf behalten, um seine Emotionen in den Griff zu bekommen.

Wer die Zeit nicht hat, soll sich am besten nur mit ETFs beschäftigen, da man dabei in mehreren Aktien gleichzeitig investiert und somit das Risiko einer Fehlentscheidung deutlich geringer ist. Durch die Diversifikation erhält man ein Stück Sicherheit. Doch vorsichtig! Auch bei ETFs gibt es einige, die nichts taugen. Am Anfang solltest du diesen ebenfalls sorgsam analysieren und die laufenden Kosten, sowie beispielsweise auf die Gewichtung und Anzahl der enthaltenen Aktien achten.

#F9 Eigene Aktienanalyse
Investiere und spekuliere nicht!

Parameter, die bei einer Aktienanalyse wichtig sind!

Hier stelle ich einige wichtigen Parameter vor, die für eine erste Analyse notwendig sind. Natürlich gibt es noch viele mehr. Wenn ihr euch ausgiebig mit dem Thema beschäftigt werdet ihr sehen, dass für jeden Analysten auch andere Parameter wichtig sein können. Ihr müsst für euch entscheiden, welche Parameter ihr für eure fundierte Analyse benötigt und welche für euch wichtig sind. Natürlich gibt es auch einige Standardwerte wie beispielsweise Umsatz, Marktkapitalisierung oder Verschuldung, die in keiner Analyse fehlen dürfen. Hier nun eine kleine Übersicht.

Paramater in der Übersicht

  1. Umsatz
  2. Nettoergebnis (Gewinn)
  3. KGV – Kurs- Gewinn-Verhältnis
  4. PEG Ratio
  5. Marktkapitalisierung (Wie groß ist, das Unternehmen?!)
  6. Verschuldung (Diese sollte nicht zu hoch sein und das Unternehmen sollte auch die Schulden verringern.)
  7. (Dividende)(Für meine Strategie ist die Berücksichtigung einer Dividende wichtig. Aus diesem Grund ist sie eingeklammert)
  8. Umsatzwachstum (Wie viel Prozent wächst das Unternehmen pro Jahr?!)
  9. Stabilität Umsatzwachstum über bspw. 5 Jahre
  10. Nicht messbarer Wert. Subjektive Betrachtung. Die Vision und Ziele eines Unternehmens.

Einige Erklärungen zu fünf Parametern….

KGV – Kurs-Gewinn-Verhältnis

Dieser Parameter ist für mich ein erster Indikator, ob die Aktie teuer oder günstig bewertet ist.

Grundlegend sollte man bei der Aktienanalyse alle wichtigen Parameter berücksichtigen, da beispielsweise ein hohes KGV bei Wachstumsunternehmen normal ist, obwohl sie zu teuer bewertet ist. Allerdings kann es sein, dass das Wachstum so extrem ist, dass in kurzer Zeit das KGV wieder sinken kann. Das heißt man muss neben dem KGV auch weitere Parameter wie beispielsweise das Umsatzwachstum berücksichtigen.

PEG- Ratio

PEG = Kurs-Gewinn-Verhältnis / erwartete Wachstumsrate.

Ist der PEG Ratio Wert über 1, dann ist die Aktie überbewertet. Ist der Wert bei 1 ist die Aktie fair bewertet und unter 1 ist sie unterbewertet.

Beispiel: Beträgt das KGV 20 und die erwartete Wachstumsrate wäre ungefähr bei 25 %, ergibt sich ein PEG Ratio Wert von 0,8. Somit ist die Aktie zum aktuellen Zeitpunkt günstig bewertet.

PEG = 20/25% = 0,8

Wenn die Aktie potential aufzeigt kann man auch über den Wert von 1 kaufen.

Dividenden

Dividenden sind Gewinnausschüttungen an den Aktionär/Anteilseigner und können je nach Unternehmen viertel-, halbjährlich oder einmal im Jahr ausgeschüttet werden. Gerade für Personen die auf ein Leben von passive Einnahmen hinarbeiten können Dividenden super Möglichkeit sein.

Für den ein oder anderen ist Dividende nicht so wichtig. Für meine Strategie ist sie wichtig. Ihr müsst selbst eure Strategie finden und selbst entscheiden, ob eine Dividende für euch wichtig ist oder wie viele Unternehmen in eurem Portfolio Dividende ausschütten sollen.

Umsatzwachstum

Meistens wird der Durchschnitt vom Umsatz im Durschnitt von fünf Jahren betrachtet und anschließend der aktuelle. Wichtig ist, dass das Umsatzwachstum nicht kleiner über die Zeit wird, da sonst das Unternehmen nicht wächst und somit auch nicht mehr wertvoller werden kann. Dies kann ein erster Indikator sein, dass das Unternehmen nicht mehr lukrativ ist und die Aktie stetig sinken wird.

Beim Umsatzwachstum achten viele darauf, dass der Umsatz deutlich im zweistelligen Bereich ist. Bei Unternehmen die deutlich wachsen kann auch eine deutlich höhere Rendite erwartet werden. Allerdings ist etwas Vorsicht geboten. Viele Unternehmen wachsen in den Anfangsjahren sehr stark und nach und nach immer weniger. Somit sollte man mindestens einmal im Jahr prüfen, wie sich der Umsatz entwickelt hat, um sein Investment erneut zu prüfen.

Vision und Ziele eines Unternehmens

Bei manchen Unternehmen sollte man nicht unbedingt als erstes auf die Zahlen sehen. Gerade bei Startups oder junge Unternehmen muss noch viel investiert werden und befinden sich oft noch im Aufbau. Bei solchen Unternehmen ist es wichtig zu verstehen, was sie herstellen oder anbieten und ob in der Zukunft eine große Nachfrage entsteht. Meist bieten solchen Aktienwerte eine Chance auf ein überproportionales Wachstum, die wiederum mit höheren Risiken verbunden sind. Nichtdestotrotz bin ich der Meinung, dass man auch in solche Unternehmen investieren sollte. Natürlich mit einem kleinen Anteil. Diversifikation ist alles.

In Tranchen kaufen hilft dein Risiko zu minimieren

Zusätzlich zur Diversifikation kaufe ich persönlich Aktien und ETFs in Tranchen. Das heißt ich tätige nicht einen Einmalkauf, wo ich das ganze verfügbare Geld auf einmal investiere, sondern Teile das Geld auf einen gewissen Zeitraum auf.

Je nach Investitionssumme kann die Häufigkeit der Aufteilung variieren. Ich arbeite bei ETFs gerne mit Sparplänen. Monat für Monat wird eine kleine Summe investiert. Wenn es am Markt deutliche Rücksetzer gibt, kaufe ich in Form einer Einmalzahlung ordentlich nach. Dabei versuche ich meine Rendite stetig zu optimieren. Bei Aktienkäufe handle ich so ähnlich. Wenn mir ein Unternehmen zusagt und es für mich fair bewertet ist, kaufe ich eine erste Tranche, um „den Fuß in der Tür zu haben“. Anschließend kaufe ich bei Kursrücksetzern nach. Ich kaufe selten, wenn der Kurs steigt. Eine Ausnahme bilden beispielsweise Wachstumsunternehmen mit viel Potential.

Warum habe ich nicht alle Parameter beschrieben?!

Ich habe bewusst nicht alles beschrieben, da man nicht nur eine Quelle nutzen sollte, sondern immer mehrere. Man sollte nie einer Quelle trauen. Erstens ist es immer schwierig nachzuweisen, ob die Informationen vollständig und richtig sind, zweitens hat man nur einen Blickwinkel und auch nur eine Idee von einer Person. Dadurch lässt sich keine eigene Strategie für Investments und deren Analyse entwickeln. Nur mit mehreren Einblicken von verschiedenen erfahrenen Personen und den eigenen Erfahrungen lässt sich eine eigene Strategie, die funktioniert und erfolgreich anwendbar ist, entwickeln.

Wichtig zu erwähnen ist, nicht nur einen Parameter für einen Kauf zu verwenden. Es müssen bei einer Analyse mehrere Parameter berücksichtigt werden. Zusammen werden sie, wie einzelne Puzzleteile zu einem Gesamtbild eurer Strategie führen. Beschäftigt euch ausgiebig mit den Parametern und versucht eure eigene Analysemethode zu entwickeln.

Bei Fragen dürft ihr euch natürlich gerne bei mir melden. 🙂

Disclaimer/ Haftungsausschluss Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar (§ 85 WpHG). Sie dienen lediglich der persönlichen Information und geben ausschließlich die Meinung des Autors wieder. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Es wird einzig die persönliche Meinung dargestellt.

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