#F15 Konsumschulden II

#F15 Konsumschulden II

Psychologischer Effekt

In dem Artikel #F7- Konsumschulden, beschreibe ich das Thema Allgemein. In dem folgenden Beitrag gehe ich auf den psychologischen Effekt von Konsumschulden näher ein.

Wenn Konsumschulden aufgenommen werden müssen, sollte man sich genau überlegen wie hoch die Summe sein soll und ob man das Konsumgut überhaupt benötigt. Ich habe schon viele in meinem Umkreis gesehen, welche sich beispielsweise direkt nach der Ausbildung ein Auto auf „Pump“ gekauft haben. Ein Aspekt ist, dass viele nach der Ausbildung nicht soviel Geld auf der Seite haben, dass sie sich beispielsweise sofort ein Auto ohne Kredit leisten können.

Die Frage in Bezug auf den Kauf eines Autos ist, ob man sich unbedingt ein Oberklassemodell leisten oder in einem unteren Sektor ein solides Auto kaufen sollte. Viele entscheiden sich für die Variante, lieber das Oberklassemodell zu kaufen und dabei höhere Konsumschulden zu tätigen, was aus meiner Sicht sehr viel Druck auslöst. Viele haben noch nie so eine hohe Summe als Kredit aufgenommen.

Des Weiteren wollen ebenfalls viele Menschen sofort bei der Oberklasse mitspielen obwohl sie nicht soviel Geld haben. Dort werden dann für Markenklamotten oder Reisen sehr hohe Konsumschulden getätigt, um zu zeigen was man hat. Der Status ist wichtiger als die Konsequenz, die daraus entsteht.

Die Strategie was andere von einem denken und sich über Konsum zu profilieren ist meist in den jungen Jahren die falsche Strategie. Je älter man wird desto schwieriger wird es aus dem Kreislauf auszubrechen und keine weiteren Schulden zu machen. Man will ja zeigen was man hat. Mein Tipp: Immer auf sich selber konzentrieren. Am Ende ist man viel freier und ist nicht die ganze Zeit knapp bei Kasse. Aufgrund der leeren Kasse kann kein Vermögen aufgebaut werden und der Druck immer die Schulden abzuzahlen steigt Tag für Tag.

Bewusst und rational auf Konsumgüter zu verzichten ist eine Möglichkeit den Konsumschulden zu entgehen, wie alle zwei Jahre ein neues Handy, Fernseher oder jedes Jahr die neuesten Markenklamotten zu tragen. Wenn möglichst sollte jeder für sich eine Balance finden. Am besten wäre es natürlich ganz darauf zu verzichten, aber unser Belohnungsantrieb in unserem Gehirn sagt uns meistens etwas anderes. Es können Träume erfüllt werden, jedoch sollten diese ohne Konsumschulden realisiert werden. Auf lange Sicht können mehr Träume erfüllt werden, wenn das Geld klug investiert wird.

Wenn man sich jedoch für die Schulden entschlossen hat, entsteht ein Druck so schnell wie möglich die Schulden abzuzahlen. Es ist immer leere Kasse. Es darf meistens nichts schief gehen, wenn das Auto mal kaputt geht oder die Waschmaschine hat man ein großes Problem. Des Weiteren ist kein Geld für die Finanzierung einer Fortbildung oder einer Altersvorsorge vorhanden. Dieser Druck ist meistens selbst geschaffen und kann von vorne herein vermieden werden, in dem die Konsumschulden auf das Minimalste und das Nötigste reduziert werden.

Am besten ist es aber immer noch, erst gar keinen Konsumkredit aufzunehmen, da es sehr viele Probleme auch außerhalb des finanziellen mit sich bringt. Es kann die Beziehung sehr belasten, wenn man immer auf jeden Cent achten muss. Es wird sehr viel Freiheit genommen, da man immer eine finanzielle Verpflichtung hat. Viele haben schon beim Lebensmittel einkaufen Probleme, da der Kredit immer im Hinterkopf ist. Dort geht dann der Verzicht los und das ist meistens sehr schwierig.

Es sollte immer die kostengünstigste aber auch solideste Entscheidung getroffen werden. Denn günstige Konsumgüter sind nicht immer die beste Qualität. Statt einmal muss man vielleicht dreimal kaufen. Folglich kommt es dann teurerer.

Wenn ihr Konsumschulden aufnehmen müsst, beachtet folgende Tipps und beantwortet euch selber folgende Fragestellungen:

  1. Benötige ich das Konsumgut (bspw. Auto, Laptop, Handy, Reisen) oder ist es besser, wenn ich es in der Zukunft kaufe?
  2. Muss es unbedingt das teure Produkt sein oder reicht eine günstigere und solide Lösung? (Nehme so wenig Geld wie möglich auf.)
  3. Kann ich die Summe überhaupt finanzieren? (Auch wenn eine Krise kommt, wie aktuell die Corona-Krise)
  4. Gibt es die Möglichkeit bei finanziellen Schwierigkeiten die Konsumschulden sofort zu tilgen? (Mein Tipp den Kredit immer mit Sondertilgungsrecht über den gesamten Kreditrahmen abzuschließen. Dann kann auch schneller oder alles auf einmal abgezahlt werden.)
  5. Belastet es meine finanziellen Möglichkeiten oder merke ich die Summe kaum? (Wichtiger Punkt! Wenn man immer am Existenzminimum lebt, ist der Druck sehr viel höher und die Probleme maximieren sich)
  6. Stelle dir einen Finanzierungsplan auf:
    • Kreditrate ist fix
    • Mögliche Sondertilgungen einberechnen
    • Trotzdem immer eine Reserve zu haben (meistens drei Monatsgehälter in verschiedenen Literaturen empfohlen)
    • Halte dich an deinen Plan und akzeptiere die Kreditkosten ansonsten baust du dir immer innerlichen Druck auf

Ich hoffe ich konnte euch das Thema etwas näherbringen, gerne könnt ihr mir zu diesem Thema fragen stellen oder den Beitrag kommentieren.

#F15 Konsumschulden II

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